Immobilien


Nicht sich selbst will Duri Vital ein Denkmal setzen sondern das Haus und seine Geschichte werden jeweils in Szene gesetzt.

IMMOBILIEN

Schulter an Schulter stehen sie da, die Wohnstallhäuser mit den wuchtigen Steinmauern, im Kreis um den Dorfbrunnen in Tschlin drappiert und in sich gekehrt. Kleine Fensterfluchten nur verbinden das Drinnen mit dem Draussen. Da und dort gibt ein Erker den Blick frei auf die Unterengadiner Dolomiten, die in der Abendsonne erröten, als hätte ihnen ein Reisender eben ein Kompliment gemacht. Seit Jahrhunderten trotzen die kunstvoll verzierten Fassaden allem Ungemach, Generationen von Menschen sind darin grossgeworden, haben hinter den dicken Mauern gelacht und geweint. Und jedes einzelne dieser Engadiner Häuser weiss Geschichten zu erzählen – wenn man denn hinhört und es nicht durch eine Hauruck-Modernisierung verstummen lässt.

Keiner kennt die Geschichten dieser Zeugen traditioneller Baukunst besser als Duri Vital. Seit der Sohn eines Holzhändlers aus Sent für seinen Bruder, den weltbekannten Künstler Not Vital, ein baufälliges Tschliner Haus gerettet hatte, hat sich sein Talent herumgesprochen. Bis nach England oder Beijing. 

Text: Nicole Althaus, Swiss Text Award